Das tapfere Schneiderlein

2016  Das tapfere Schneiderlein ist schwer gefragt

Wer klein ist, kann mit genügend   Selbstbewusstsein   und Klugheit trotzdem erfolgreich sein, so   könnte   die   Moral   des Grimm'schen Märchens „Das tapfere Schneiderlein" lauten. 18 Jahre liegt die erstmalige Aufführung zurück. Jetzt planen die Mitglieder der Volksbühne, das Stück mit Riesenmarionetten statt Schauspielern und einer modernen Tonaufnahme im Herbst erneut auf die Bühne zu bringen. 32 Vorstellungen sind für Schulen und Kindergärten unter der Woche vorgesehen. Wie jedes Jahr ist die Nachfrage nach Terminen groß: für die Hälfte liegen bereits Buchungen vor.

Mit Beginn des neuen Schuljahres starteten auch bei der Marionettenbühne Mering die Proben für die Aufführungen im November. Nach dem ersten Marionettenworkshop im April fanden sich schnell neue Mitglieder, die sich für die Marionettenherstellung, die Tonaufnahmen oder sogar für einen Auftritt als Schauspieler interessierten. Susanne Hallerbach, die in ihrer Freizeit schon länger künstlerisch tätig ist, fertigte mit Viktoria Hartmuth zwei neue Riesen an, einen mit Vollbart und einen mit Glatze. Außerdem lieh sie der Prinzessin ihre Stimme und übernimmt sogar die Regieleitung, für die bisher Ellinor Danzfuß zuständig war.

Die ausgebildete Sprecherin wird in diesem Jahr selbst hinter der Bühne mitwirken. Über 40 Stunden war sie im Juli und August damit beschäftigt, das von Martin Schallermeir geschriebene Tonbild neu aufzunehmen. Hierfür brauchte sie einige neue Personen und wurde schnell fündig. Bei einer Tagung von Amateurtheatern heuerte sie Markus Schwab vom Neuen Theater Mering für die Rolle eines Riesen an. „Meine Mutter hörte ihn sprechen und sagte mir, dass seine Stimme unbedingt für einen Riesen passe. Glücklicherweise war er gleich einverstanden", erzählt sie. Den zweiten Riesen übernahm wie beim Original Hans Vötter.

Eine der sieben Fliegen, die das Schneiderlein auf einen Streich erledigt, spricht der zehnjährige Nick Hallerbach. Neu im Team ist Hildegard Wenderoth aus Mering: Sie erzählt als Oma, die auf einer Seitenbühne im Schaukelstuhl sitzt, was zwischen den einzelnen Szenen passiert, eine der schwierigsten Rollen  im Stück. Bei den Aufführungen für Schulen und Kindergärten wird sie „leichtere Figuren" wie die einzelne Fliege führen. Die neue Aufgabe gefällt ihr sehr gut, und sie ist erstaunt über ihre raschen Fortschritte.

Dem Schneiderlein hat Wolfgang Günthel seine Stimme gegeben, zwei Ritter haben Veit Bolling und Hans Scheitzenhammer gesprochen. Nach seiner Premiere als erzählender Gaukler im letzten Jahr schlüpfte Bruno Hartmuth in die Rolle des Königs. Das langjährige Mitglied Gabi Fixmer ist als Krämerin, die Pflaumenmus anbietet, zu hören.

 Das Stück ist wirklich sehr spannend, versprechen die Schauspieler. Lustig wird es, wenn das freche Einhorn oder ein grunzendes Wildschwein auf die Bühne kommen.

 

2016  Das tapfere Schneiderlein kämpft gegen Riesen                                                     

Mit freundlicher Genehmigung der FDB-Allgemeinen vom 6.8.16

Volksbühne Mering -Marionettentheater startet in die 20. Spielsaison

Im kommenden November wird zum 20. Mal ein Märchen der Marionettenbühne inszeniert. Auf dem Plan steht „Das tapfere Schneiderlein". Schon zigtausende kleine und große Zuschauer besuchten seit 1995 das Marionettentheater der Volksbühne Mering. Zehn Märchen frei nach Grimm von dem Autor und Gründer der Bühne Martin Schallermeier (gestorben 2015) wurden in über 20 Jahren abwechselnd aufgeführt. Hinzu kamen noch Sterntaler" (Ellinor Danzfuß) und „Des Kaisers neue Kleider" frei nach Andersen (Viktoria Hartmuth).

Kindergärten und Grundschulen reisen jedes Jahr im November bis von weit über den Landkreis hinaus sowie über den Lech an. Sie schätzen - neben dem sozial verträglichen Eintrittspreis - die urige Atmosphäre im alten Meringer Schulhaus und die klassische Inszenierung der traditionellen Märchen. An den Wochenenden nutzen Familien aus Mering und der Umgebung gerne die Gelegenheit, ortsnah mit ihren kleinen Kindern wahres Theaterambiente zu erleben.

„Das tapfere Schneiderlein" wurde zuletzt 1998 aufgeführt. Damals kamen unter der Regie von Martin Schallermeier noch „echte" Riesen auf die Bühne, nämlich die Marionettenspieler selbst. Doch im Vergleich zu den nur 50 Zentimeter kleinen Marionetten wirkten sie wohl so riesig, dass sie manches Kind gar zu sehr erschreckten. So ruhten Marionetten und Requisiten lange auf dem Dachboden der alten Schule. Doch in diesem Jahr holten die Aktiven der Volksbühne sie wieder hervor und kamen auf die Idee, auch die Riesen als Marionetten zu bauen. Einige der Kulissen wurden angepasst, nachdem der Bühnenaufbau sich im Laufe der Zeit verändert hatte. Es wurde nach 1998 eine Nebenbühne neben der Hauptbühne aufgebaut, eine weit und breit einzigartige Besonderheit. Seitdem werden die Marionettenstücke auf beiden Bühnen gespielt. Im „Tapferen Schneiderlein" bekommt nun die Nebenbühne eine andere Funktion. Die erklärenden Zwischentexte, oftmals live vor dem Publikum gesprochen, werden dort von einer Großmuttermarionette im Schaukelstuhl erzählt.

Das alte Tonband war außerdem nicht mehr auf dem Stand der Zeit. Ellinor Danzfuß nimmt wie schon für „Des Kaisers neue Kleider" mit moderner Aufnahmetechnik das Tonbild neu auf und feilt wieder an der guten Qualität von Klang und Lautstärke wie im Vorjahr. Dazu geben teilweise dieselben Sprecher von 1998 ihre Stimmen für die Rollen der Marionetten. Aber auch Markus Schwab vom Neuen Theater Mering leiht seine Stimme einem Riesen. Die Werkstattarbeiten für die Neuaufführung neigen sich dem Ende zu. Alle Spieler und die anderen Aktiven vom Marionettentheater trafen sich jetzt schon vor den Ferien, um den Ablauf der Proben und der Spielzeit zu organisieren. Während die Besetzung für die Wochenendvorstellungen vollständig ist, kann die Spielgruppe vormittags während der Wochentage noch Verstärkung gebrauchen. Auch Anfänger sind herzlich willkommen. Die Marionettenspieler versprechen viel Spaß und gegebenenfalls ein vielseitiges Hobby.

@ Kontakt Interessierte melden sich bit­te alsbald möglich bei Viktoria Hartmuth 08233/846619 oder info@volksbuehne-mering.de.

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