In unserer so laut gewordenen Zeit, die in vielem so oberflächlich und nüchtern geworden ist, kann das Eintauchen in die Märchen eine besondere Bedeutung haben. Vor allem die Grimm’schen Märchen sind es, die in ihrer Bildhaftigkeit tiefe Einblicke in geistige Zusammenhänge um den Menschen ermöglichen und vom Gemüt her erfassbar machen. Viele Märchen sind geistige Schätze und ein Volksgut von herausragender Bedeutung für Kinder und auch Erwachsene.

Das Medium der Marionette ist für solche Darstellungen in ganz vorzüglicher Weise geeignet. Kommt dann noch eine feinfühlige und behutsame Inszenierung dazu, entsteht ein Gesamtwerk, welches für Jung und Alt ein faszinierendes Erlebnis darstellt.

Szene aus Hänsel und Gretel

Vereinsgeschichte

Wie alles begann

Nach dem Ende der Volkstheaterära überlegte der damalige Vorsitzende Martin Schallermeier etwas gänzlich Neues zu machen: Theater mit Marionettenfiguren. Da man aber noch keine Erfahrung hatte, setzte er sich zusammen mit Kurt Schiller mit der Marionettenbühne in Kaufbeuren in Verbindung. Dort bekamen die beiden ausführliche Informationen zum Bau von Marionettenfiguren und Spieltechnik. Bald war die erste eigene Marionettenfigur hergestellt, doch das Spielen mit der Figur funktionierte noch nicht so recht. Also fragte man in Kaufbeuren nochmals nach und bekam die Antwort: Alles gut gemacht, es fehle nur noch an der Fertigkeit die Figur zu spielen, was aber einiger Übung bedürfe. Bald klappte dann auch das Führen der Figur und so machte sich Kurt Schiller ans Werk, die Marionetten für das erste Stück „Frau Holle“ anzufertigen. 1994 fand die Premiere des Marionettentheaters Mering statt.

Großer Dank gebührt an dieser Stelle besonders der Marionettenbühne Kaufbeuren, ohne deren Rat und Unterstützung die ersten Schritte der Meringer deutlich schwieriger gewesen wären.

Zeitungsausschnitte von 1994 dokumentieren den Beginn des Marionettentheaters:

1994-2014

Unter der Leitung von Martin Schallermeir wurden in den Jahren 1994 bis 2014 insgesamt 10 Marionettenstücke auf die Bühne gebracht. Als Leitthema hatte man sich vorgenommen, Märchen – insbesondere die der Gebrüder Grimm – als Marionettenspiel darzustellen. Das Schreiben der Texte und die Regie übernahm in dieser Zeit Martin Schallermeir selbst. Kurt Schiller hat seit 1994 ungefähr 40 Marionettenfiguren, darunter auch viele Tierfiguren gebastelt und zum Leben erweckt.

Martin Schallermeir

2014 bis heute

Martin Schallermeir verstarb leider 2015. Dennoch setzte das Team die von ihm begonnene Tradition fort und brachte in den Jahren 2015 mit „Des Kaisers neue Kleider“ und 2017 mit dem Märchen „Vom Fischer und seiner Frau“ zwei neue Märchen zur Aufführung. Auch Kurt Schiller ist inzwischen leider verstorben. Er gab sein umfangreiches Wissen immer gerne an das engagierte Team weiter, sodass auch in der Zukunft noch weitere Inszenierungen folgen können.

Unsere Heimat in Mering

Unser Aufführungsraum befindet sich im ersten Stock des alten Meringer Schulhauses und bezaubert mit seinem etwas nostalgischem Ambiente. Er verfügt über zwei nebeneinander liegende Bühnen, die in jedem Stück bespielt werden. Damit werden die Vorführungen abwechslungsreicher und die Umbaupausen zwischen den Szenen werden verkürzt. Auch diese Besonderheit macht das Meringer Marionettentheater einzigartig.

In der Zeit, in der keine Aufführungen stattfinden, werden im Saal neue Marionetten gebastelt, Bühnenbilder gemalt, das Tonbild aufgenommen und Mitglieder-/ Ausschussversammlungen abgehalten. Zur Spielsaison im November wird der Saal bestuhlt und bietet Platz für bis zu 80 Personen.