Die Marionettenbühne Mering zeigt heuer das Stück „Die Bremer Stadtmusikanten“
Hahn, Eselin, Hund und Katze beschließen, das Haus des Müllers und der Müllerin zu verlassen und nach Bremen zu ziehen. | Bild: Heike Scherer

VON HEIKE SCHERER

Viele Kinder genossen die Premiere der Marionettenbühne Mering, und auch die Erwachsenen hatten ihren Spaß mit der Neuinszenierung des Märchens „Die Bremer Stadtmusikanten“ Vor zwölf Jahren wurde das diesjährige Märchens der Gebrüder Grimm unter Regie des Gründers der Volksbühne, Martin Schallermeir, erstmals aufgeführt. Alle Requisiten und Marionetten stammen noch aus dieser Zeit. Die Hauptfiguren des Märchens – Esel, Hund, Katze und Hahn – hatte allerdings Kurt Schiller angefertigt.

Schaurige Szenen und heitere Momente

Der Vorsitzende der Volksbühne Mering, Gottfried Wohlmuth freute sich, dass so viele Besucher schon zur Premiere der Neuinszenierung von „Die Bremer Stadtmusikanten“ kamen. Erzählt wird die Geschichte von vier Tieren, die sich gemeinsam aufmachen, um ihr Leben in Freiheit zu genießen. Schaurige Szenen mit einer Räuberbande lösten sich ab mit heiteren Momenten, die kleine und große Besucher zum Lachen brachten.

In den Umbaupausen unterhielt Sabine Amann die Zuschauer mit einer Mischung aus eigenen Melodien und Volksliedern wie „Im Wald von Toulouse“ oder „Die alte Moorhexe“ auf der Zither. Sie ist zum zweiten Mal an den Wochenenden im Einsatz, während bei den Vormittagsaufführungen Elli Seidel ihre Rolle übernimmt. „Als es zwei Jahre lang keine Musik gab, meldete ich mich freiwillig, weil mir diese Tradition abging“, verriet die Lehrerin.

Besucher kommen bis aus Augsburg

Die sechsjährige Mara und ihre fünfjährige Schwester Andra kamen mit ihrer Oma aus Augsburg nach Mering. Sie waren begeistert, wie die Tiere redeten und die Räuber plötzlich solche Angst bekamen und waren gespannt, wie das Märchen ausgehen werde. Der Meringer Pfarrer Thomas Schwartz sagte, dass die Inszenierung sehr liebevoll gemacht sei. Er freute sich, dass so viele Kinder die Möglichkeit nutzten, ein traditionelles Stück und Lieder zu hören, die in der Schule nicht mehr gelernt werden, aber seiner Meinung nach eine wichtige Erinnerungskultur darstellten. 2300 Kinder haben sich für die Saison angemeldet.

Die Sprecher des Tonbildes und die Schauspieler des Vormittagsteams kamen ebenfalls zur Premiere. Gabriele Fixmer, Sprecherin der Eselin, entdeckte viele lustige Elemente. Die Bremer Stadtmusikanten sei eines ihrer Lieblingsmärchen, weil sich die Tiere durch eine positive Einstellung aus ihrer Lebensgefahr befreien können und mit Freunden neue Energie und Kräfte entwickeln. „Wenn Schwache sich zusammen tun, werden sie stark und können am Ende sogar siegen“, resümierte der Sprecher des Hahns Wolfgang Günthel die Aussage des diesjährigen Grimm’schen Märchens.


Premierenbericht aus der Friedberger Allgemeinen vom 05. November 2018 von Heike Scherer